Material & Technik

Fensterglas und Verglasung: Welche Scheibe für welches Holzfenster?

Verbundsicherheitsglas (VSG)
Verbundsicherheitsglas (VSG) · Foto: Jutta Henglein-Bildau / Bildau & Bussmann GmbH
Kurz gesagt

Moderne Holzfenster werden mit Zweifach- oder Dreifach-Isolierglas verglast, das je nach Aufbau Ug-Werte von etwa 1,1 bzw. 0,5 bis 0,7 W/(m²K) erreicht. Für Sicherheit sorgen Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und Verbund-Sicherheitsglas (VSG), für Ruhe asymmetrische Schallschutzaufbauten; im Denkmal kommen Restaurierungsgläser mit leicht welliger Oberfläche zum Einsatz.

Inhalt
  1. Wie ist modernes Isolierglas aufgebaut?
  2. Zweifach- oder Dreifachverglasung?
  3. Was ist die warme Kante?
  4. Sicherheitsglas: ESG und VSG
  5. Wann muss Fensterglas absturzsichernd oder überkopftauglich sein?
  6. Wie funktioniert Schallschutzglas?
  7. Ornamentglas und Sichtschutz
  8. Historisches Glas im Denkmal
  9. Wie wird das Glas im Holzfenster befestigt?
  10. Worauf sollten Sie bei der Glasauswahl achten?
  11. Wovon hängt der Preis einer Verglasung ab?
  12. Fazit
  13. Häufige Fragen

Glas macht bei einem typischen Fenster 60 bis 80 Prozent der Fläche aus. Es bestimmt damit maßgeblich den Wärmeschutz, den Lichteinfall, den Schallschutz und die Sicherheit. Bei Holzfenstern kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Gerade im Altbau und im Denkmal prägt das Glas die Wirkung der Fassade. Dieser Beitrag erklärt, welche Glasarten es gibt, wie Isolierglas aufgebaut ist und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Wie ist modernes Isolierglas aufgebaut?

Ein Mehrscheiben-Isolierglas ist eine Einheit aus zwei oder drei Glasscheiben, die am Rand über einen Abstandhalter verbunden und luftdicht versiegelt sind. Der Raum zwischen den Scheiben, der Scheibenzwischenraum (SZR), ist meist mit Argon gefüllt, seltener mit Krypton, das bei geringerem Scheibenabstand noch besser dämmt. Auf mindestens einer Scheibe befindet sich eine hauchdünne Metalloxid-Beschichtung (Low-E-Beschichtung), die Wärmestrahlung in den Raum zurückreflektiert.

Die Bezeichnung eines Isolierglases gibt den Aufbau in Millimetern an, zum Beispiel 4/16/4 für zwei 4-mm-Scheiben mit 16 mm Zwischenraum oder 4/12/4/12/4 für ein Dreifachglas. Details zur Technik bei Bildau & Bussmann finden Sie auf der Seite zum Mehrscheibenisolierglas.

Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Die Wahl zwischen Zweifach- und Dreifachglas ist die wichtigste Entscheidung bei der Verglasung. Die folgende Übersicht nennt typische Richtwerte für Standardaufbauten mit Argonfüllung.

Merkmal Einfachglas Zweifach-Isolierglas Dreifach-Isolierglas
Typischer Aufbau 4 mm 4/16/4 4/12/4/12/4 bis 4/16/4/16/4
Ug-Wert ca. 5,8 W/(m²K) ca. 1,0–1,1 W/(m²K) ca. 0,5–0,7 W/(m²K)
Gesamtenergiedurchlass (g-Wert) ca. 0,85 ca. 0,60–0,65 ca. 0,50–0,55
Gewicht ca. 10 kg/m² ca. 20 kg/m² ca. 30 kg/m²
Gesamtdicke 4 mm ca. 24 mm ca. 36–44 mm
Typischer Einsatz Denkmal, Kastenfenster außen schlanke Profile, Altbau Neubau, Sanierung, Passivhaus
Aufbau von Einfach-, Zweifach- und Dreifach-Isolierglas Schematischer Querschnitt durch drei Verglasungen mit typischen Richtwerten für Standardaufbauten mit Argonfüllung. Einfachglas: 4 mm, Ug-Wert ca. 5,8 W/(m²K), g-Wert ca. 0,85, Gewicht ca. 10 kg/m². Zweifach-Isolierglas: Aufbau 4/16/4, also zwei 4-mm-Scheiben mit 16 mm Scheibenzwischenraum, Gesamtdicke ca. 24 mm, Ug-Wert ca. 1,0 bis 1,1 W/(m²K), g-Wert ca. 0,60 bis 0,65, Gewicht ca. 20 kg/m². Dreifach-Isolierglas: Aufbau 4/12/4/12/4 bis 4/16/4/16/4, Gesamtdicke ca. 36 bis 44 mm, Ug-Wert ca. 0,5 bis 0,7 W/(m²K), g-Wert ca. 0,50 bis 0,55, Gewicht ca. 30 kg/m². Die Scheiben sind am Rand über Abstandhalter verbunden, der Scheibenzwischenraum ist meist mit Argon gefüllt. Je mehr Scheiben, desto niedriger der Ug-Wert, aber desto höher Gewicht und Dicke. außeninnen außeninnen außeninnen Einfachglas: eine Scheibe 4 mm Zweifach-Isolierglas 4/16/4: zwei 4-mm-Scheiben, 16 mm Scheibenzwischenraum mit Argon Ar Dreifach-Isolierglas 4/12/4/12/4: drei 4-mm-Scheiben, zwei Zwischenräume mit Argon Ar Ar Abstandhalter: verbindet die Scheiben am Rand, warme Kante aus Kunststoff oder Edelstahl Abstandhalter (Randverbund) Einfachglas Zweifach-Isolierglas Dreifach-Isolierglas 4 mm 4/16/4 · ca. 24 mm 4/12/4/12/4 bis 4/16/4/16/4 Einfachglas: Ug ca. 5,8 W/(m²K) Ug ≈ 5,8 Zweifach-Isolierglas: Ug ca. 1,0 bis 1,1 W/(m²K) Ug ≈ 1,0–1,1 Dreifach-Isolierglas: Ug ca. 0,5 bis 0,7 W/(m²K) Ug ≈ 0,5–0,7 g ≈ 0,85 · ca. 10 kg/m² g ≈ 0,60–0,65 · ca. 20 kg/m² g ≈ 0,50–0,55 · ca. 30 kg/m² Ug in W/(m²K), Balken: Skala 0 bis 6. Richtwerte mit Argonfüllung. Schema, nicht maßstäblich.
Mit jeder zusätzlichen Scheibe sinkt der Ug-Wert deutlich, gleichzeitig nehmen Gewicht und Glasdicke zu und der g-Wert sinkt leicht.

Dreifachglas dämmt deutlich besser. Die raumseitige Scheibe bleibt im Winter wärmer, was Kaltluftabfall und Tauwasser am Glasrand verringert. Dafür ist das Glas schwerer, braucht tiefere Rahmen und lässt etwas weniger Licht und Sonnenwärme herein. Bei Südfenstern kann der niedrigere g-Wert die solaren Gewinne leicht reduzieren, in der Jahresbilanz überwiegt in Mitteleuropa aber meist der bessere Wärmeschutz.

Zweifachglas bleibt sinnvoll, wenn schlanke historische Profile gefordert sind, etwa bei Nachbauten mit glasteilenden Sprossen. Wie sich Glas und Rahmen im Uw-Wert verbinden, erklärt der Beitrag zu U-Wert und Wärmeschutz.

Was ist die warme Kante?

Der Abstandhalter zwischen den Scheiben bestand früher aus Aluminium oder verzinktem Stahl und bildete wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit eine Wärmebrücke am Glasrand. Als warme Kante bezeichnet man einen Glasrand mit Abstandhaltern aus Materialien geringer Wärmeleitfähigkeit, vor allem Kunststoff oder Edelstahl. Der Glasrand bleibt innen wärmer, die Gefahr von Tauwasser und Schimmel in der Ecke sinkt, und der Uw-Wert des Fensters verbessert sich je nach Fenstergröße und Abstandhalter um einige Hundertstel bis etwa 0,1 W/(m²K). In der Uw-Berechnung nach DIN EN ISO 10077-1 steckt dieser Effekt im Ψg-Wert des Glasrands. Bei hochwertigen Holzfenstern ist die warme Kante heute Standard.

Sicherheitsglas: ESG und VSG

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)

ESG ist ein Floatglas, das auf über 600 °C erhitzt und dann durch Anblasen mit Luft schlagartig abgekühlt wird. Dadurch entsteht eine Vorspannung mit Druckspannung an der Oberfläche und Zugspannung im Kern, die das Glas deutlich biege- und stoßfester macht. Die Mindestbiegefestigkeit liegt nach DIN EN 12150-1 bei 120 N/mm². Bricht ESG doch, zerfällt es in viele kleine, stumpfkantige Krümel. Das senkt die Verletzungsgefahr. ESG wird bei Ganzglastüren, in Bereichen mit Stoßgefahr und als Außenscheibe bei hoher Temperaturbelastung eingesetzt. Wegen seltener Spontanbrüche durch Nickelsulfid-Einschlüsse darf einfaches ESG als Einzelscheibe oder äußere Isolierglasscheibe nach DIN 18008-2 nur eingebaut werden, wenn die Oberkante höchstens 4 m über einer Verkehrsfläche liegt; darüber ist heißgelagertes ESG (ESG-H) nötig.

Verbund-Sicherheitsglas (VSG)

VSG besteht aus zwei oder mehr Glasscheiben, die mit einer reißfesten Folie, meist aus Polyvinylbutyral (PVB), verbunden sind. Bei Bruch haften die Splitter an der Folie, die Scheibe bleibt geschlossen. VSG wird verwendet:

  • als absturzsichernde Verglasung bei bodentiefen Fenstern, niedrigen Brüstungen und französischen Balkonen (Details im nächsten Abschnitt)
  • als Überkopfverglasung bei geneigtem Glas, etwa in Glasdächern, Wintergärten und schrägen Dach- oder Giebelverglasungen
  • als angriffhemmendes Glas nach DIN EN 356: Die Klassen P1A bis P5A beschreiben die Durchwurfhemmung (Kugelfallversuch), die Klassen P6B bis P8B die Durchbruchhemmung gegen Hammer- und Axtschläge; für Fenster der Widerstandsklasse RC2 verlangt DIN EN 1627 mindestens P4A, für RC3 P5A
  • als Schallschutzglas mit speziellen Akustikfolien

Weitere Informationen bietet die Seite zum Sicherheitsglas bei Bildau & Bussmann.

Wann muss Fensterglas absturzsichernd oder überkopftauglich sein?

Absturzsicherung: Liegt die Brüstung unter der Höhe, die die Landesbauordnung verlangt, und gibt es keine andere Umwehrung, muss das Glas selbst gegen Absturz sichern. Das betrifft bodentiefe Fenster, niedrige Brüstungen und Festverglasungen ab einer Absturzhöhe von in der Regel 1 m (in Bayern bereits ab 0,5 m). Maßgeblich ist in Deutschland DIN 18008-4. Sie unterscheidet unter anderem Verglasungen ohne tragenden Riegel oder Holm in Brüstungshöhe (Kategorie A, etwa das bodentiefe Fenster) und Verglasungen hinter oder unter einem lastabtragenden Holm oder Riegel (Kategorie C, etwa beim französischen Balkon). Für Isolierglas gilt vereinfacht: Mindestens eine Scheibe muss aus VSG bestehen, auf der Stoßseite (meist raumseitig) ist VSG oder ESG erforderlich. Nur bei Geländerausfachungen und Verglasungen unter einem tragenden Querriegel (C1, C2) darf das Isolierglas ohne VSG auskommen, wenn die Stoßseite aus ESG besteht. Die Stoßfestigkeit nach DIN EN 14351-1 ersetzt diesen Nachweis nicht. Achtung: Die Ausgabe DIN 18008-4:2024-12 war bei Erscheinen des VFF-Merkblatts V.01 (August 2025) noch nicht bauaufsichtlich eingeführt; ob nach neuer oder alter Ausgabe (2013) nachzuweisen ist, klärt im Zweifel die Bauaufsicht des Landes.

Überkopfverglasung: Ist eine Verglasung mehr als 10° gegen die Senkrechte geneigt, gilt sie nach DIN 18008 als Horizontal- bzw. Überkopfverglasung. Dann muss die untere Scheibe eines Isolierglases aus VSG bestehen (Drahtglas nur bei kleinen Spannweiten), damit bei Bruch keine Splitter herabfallen.

In Österreich und der Schweiz gelten dafür eigene Regelwerke, etwa die ÖNORM B 3716 bzw. die SIA 358 und die SIGAB-Richtlinien; im Detail kann es Abweichungen geben. Bei Interesse fragen Sie einfach über das Kontaktformular nach.

Wie funktioniert Schallschutzglas?

Schall wird durch Glas übertragen, indem die Scheibe in Schwingung gerät. Schallschutzglas nutzt drei Effekte:

  1. Masse: Dickere Scheiben schwingen schwerer.
  2. Asymmetrie: Scheiben unterschiedlicher Dicke (zum Beispiel 6 mm und 10 mm) haben verschiedene Eigenfrequenzen und verstärken sich nicht gegenseitig.
  3. Dämpfung: VSG mit Schallschutzfolie wandelt Schwingungsenergie in Wärme um.

Die Schalldämmung wird als bewertetes Schalldämmmaß Rw in Dezibel angegeben. In Deutschland ist die Einteilung in Schallschutzklassen nach VDI 2719 verbreitet. Wichtig: Die Glaswerte allein sagen wenig. Maßgeblich ist das ganze Fenster mit Rahmen, Dichtungen und Einbaufuge. Eine Faustregel: Eine Verbesserung um 10 dB wird etwa als Halbierung der Lautstärke empfunden.

Ornamentglas und Sichtschutz

Ornamentglas ist ein Gussglas mit strukturierter Oberfläche, das Licht durchlässt, aber die Durchsicht verhindert. Es wird in Bädern, Treppenhäusern, Haustüren und Nebenräumen eingesetzt. Gängige Muster tragen Namen wie Chinchilla, Mastercarré oder Delta. Ornamentglas lässt sich als Innen- oder Außenscheibe in Isolierglas integrieren. Bei Bildau & Bussmann finden Sie eine Auswahl an Ornamentgläsern. Alternativen sind satiniertes (geätztes oder sandgestrahltes) Glas und Glas mit Sichtschutzfolie.

Historisches Glas im Denkmal

Wer vor einem Gründerzeithaus steht, bemerkt oft, dass die alten Scheiben leicht verzerrt spiegeln. Das liegt an den historischen Herstellungsverfahren:

  • Mundgeblasenes Zylinderglas: Bis ins 19. Jahrhundert wurde Glas zu Zylindern geblasen, aufgeschnitten und gestreckt. Es zeigt Schlieren, Bläschen und eine unruhige Oberfläche.
  • Maschinelles Ziehglas: Ab dem frühen 20. Jahrhundert wurde Glas senkrecht aus der Schmelze gezogen, etwa im Fourcault-Verfahren. Es ist ebener, hat aber eine leichte Welligkeit.
  • Floatglas: Beim 1952 entwickelten und 1959 vorgestellten Floatverfahren schwimmt die Glasschmelze auf einem flüssigen Zinnbad. Seit den 1960er-Jahren setzte es sich durch. Floatglas ist vollkommen plan und spiegelt gleichmäßig.

Im Denkmal fordern die Behörden oft, dass neues Glas den historischen Eindruck nicht stört. Dafür gibt es Restaurierungsgläser, die unter Bezeichnungen wie Goetheglas angeboten werden. Sie bilden die leicht wellige Oberfläche nach und können als Einzelscheibe oder als Außenscheibe eines Isolierglases eingesetzt werden. Bei historischen Fenstern mit Kittfalz wird das Glas klassisch mit Leinölkitt eingesetzt. Mehr zu den Anforderungen der Denkmalpflege lesen Sie im Beitrag zu Fenstern im Denkmalschutz, zur Glasteilung im Beitrag über Fenstersprossen.

Wie wird das Glas im Holzfenster befestigt?

Bei modernen Holzfenstern sitzt das Isolierglas in einem Glasfalz des Flügelrahmens und wird von einer Glasleiste gehalten, die nach DIN 18545 in der Regel raumseitig liegt; außenliegende Glasleisten sind nur vorgesehen, wenn es baulich nicht anders geht. Die Norm verlangt einen Glaseinstand von mindestens 10 mm und einen Glasfalzgrund von mindestens 5 mm, also eine Glasfalzhöhe von mindestens 15 mm. Damit sich die Scheibe nicht verschiebt und der Flügel nicht absackt, wird sie nach den Klotzungsregeln der DIN EN 12488 mit Kunststoff- oder Hartholzklötzen verklotzt. Die Klotzung überträgt das Glasgewicht gezielt auf die Ecken des Flügels und hält den Rahmen im Winkel. Eine falsche Klotzung ist eine häufige Ursache dafür, dass Flügel nach einigen Jahren schleifen.

Die Fuge zwischen Glas und Holz wird außen mit einem elastischen Dichtstoff oder einem Dichtprofil verschlossen, damit kein Regenwasser in den Falz gelangt. Bleibt dort dauerhaft Feuchtigkeit stehen, leiden sowohl das Holz als auch der Randverbund des Isolierglases. Bei Isolierglas muss der Glasfalz deshalb nach DIN 18545 einen Dampfdruckausgleich zum Außenklima haben, und der Falzgrund bleibt in der Regel frei von Dichtstoff. Elastische Versiegelungen dürfen nicht überstrichen werden; beim Streichen soll der Anstrich nur etwa 1 mm auf die Fuge übergreifen.

Bei historischen Fenstern mit Kittfalz liegt das Glas dagegen in einem schmalen Falz und wird von außen mit Glaserkitt auf Leinölbasis gehalten. DIN 18545 erfasst solche Verglasungen mit freier Dichtstofffase nur für Einfachglas bis 80 cm Kantenlänge. Diese Technik erlaubt sehr schlanke Sprossen, verlangt aber regelmäßige Pflege, weil der Kitt mit den Jahren verhärtet und Risse bekommen kann.

Worauf sollten Sie bei der Glasauswahl achten?

Eine kurze Checkliste für die Planung:

  • Wärmeschutz: Ug-Wert passend zu gesetzlichen Vorgaben und Förderzielen wählen.
  • Gewicht: Großformatige Dreifachgläser können über 100 kg wiegen. Beschläge und Flügel müssen dafür ausgelegt sein.
  • Sicherheit: Bei bodentiefen Fenstern und niedrigen Brüstungen absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4 einplanen, bei geneigtem Glas VSG als untere Scheibe, im Erdgeschoss einbruchhemmendes VSG prüfen.
  • Schall: An Hauptstraßen ein Schallschutzglas und dichte Fugen einplanen.
  • Optik: Im Denkmal Glasfarbe, Spiegelung und Breite des Randverbunds beachten.
  • Pflege: Beschichtete Gläser nicht mit scheuernden Mitteln reinigen.

Wovon hängt der Preis einer Verglasung ab?

Die Verglasung ist ein wichtiger Teil des Fensterpreises, lässt sich aber nicht pauschal beziffern. Entscheidend sind die individuellen Anforderungen: Glasfläche und Format, Zweifach- oder Dreifachaufbau, Sicherheitsstufe, Schallschutz, Ornament- oder Restaurierungsglas und die Frage, ob Sprossen das Glas teilen. Wer nur Leistung mit Leistung vergleicht, stellt fest, dass ein Holzfenster mit gleichwertiger Verglasung und gleichen Kennwerten nicht wirklich teurer ist als ein Kunststoff- oder Aluminiumfenster. Einen echten Preis für Ihr Fenster nennt Ihnen der Hersteller auf eine kostenfreie Anfrage mit Maßen und Anforderungen.

Fazit

Die richtige Verglasung entscheidet über Wärmeschutz, Komfort, Sicherheit und Erscheinungsbild eines Holzfensters. Für Neubau und energetische Sanierung ist Dreifach-Isolierglas mit warmer Kante heute der Normalfall, während im Denkmal schlanke Zweifachgläser oder Restaurierungsgläser oft die bessere Lösung sind. Sicherheits- und Schallschutzgläser lassen sich in nahezu jeden Aufbau integrieren. Welche Kombination für Ihr Gebäude sinnvoll ist und was sie kostet, lässt sich nur anhand konkreter Maße und Anforderungen klären, am einfachsten mit einer kostenfreien Anfrage über das Kontaktformular von Bildau & Bussmann.

Häufige Fragen

Lohnt sich Dreifachverglasung gegenüber Zweifachverglasung?

In den meisten Fällen ja. Dreifachglas erreicht Ug-Werte um 0,5 bis 0,7 W/(m²K), Zweifachglas etwa 1,0 bis 1,1 W/(m²K). Die innere Scheibe bleibt wärmer, was die Behaglichkeit verbessert. Nachteile sind das höhere Gewicht, ein etwas geringerer Lichteinfall und die größere Profiltiefe, die bei schlanken historischen Fenstern nicht immer möglich ist.

Was ist der Unterschied zwischen ESG und VSG?

ESG ist thermisch vorgespanntes Glas, das deutlich bruchfester ist und bei Bruch in kleine, stumpfe Krümel zerfällt. VSG besteht aus zwei oder mehr Scheiben, die mit einer zähen Folie verbunden sind; bei Bruch bleiben die Splitter an der Folie haften und die Scheibe bleibt geschlossen. VSG eignet sich deshalb für Absturzsicherung und Einbruchhemmung und ist bei geneigten Überkopfverglasungen nach DIN 18008 in der Regel als untere Scheibe vorgeschrieben.

Welches Glas brauche ich für Schallschutz?

Schallschutzglas arbeitet mit unterschiedlich dicken Scheiben, damit sie nicht im gleichen Ton schwingen, und häufig mit VSG mit Schallschutzfolie. Entscheidend ist der Schallschutz des ganzen Fensters einschließlich Rahmen und Dichtung. Die Einstufung erfolgt in Deutschland häufig nach Schallschutzklassen der VDI 2719.

Kann man in alte Holzfenster Isolierglas einbauen?

Das ist nur möglich, wenn der Glasfalz breit und tief genug ist und der Flügel das höhere Gewicht trägt. DIN 18545 verlangt für Isolierglas in der Regel eine Glasfalzhöhe von mindestens 15 mm, bei kleinen Scheiben bis 50 cm Kantenlänge mindestens 14 mm. Bei sehr schlanken historischen Flügeln ist das oft nicht gegeben. Alternativen sind schlanke Isoliergläser mit geringem Scheibenzwischenraum oder bei Kastenfenstern die Verglasung nur des inneren Flügels.

Was ist Goetheglas?

Unter Bezeichnungen wie Goetheglas wird Restaurierungsglas angeboten, das die leicht unregelmäßige, wellige Oberfläche historischer Gläser nachbildet. Es wird im Denkmalschutz verwendet, wo moderne Floatglasscheiben zu glatt und spiegelnd wirken würden. Solche Gläser gibt es als Einzelscheibe und als Außenscheibe von Isolierglas.

Holzfenster nach Maß – auch in Sonderform und historisch

Bildau & Bussmann fertigt seit 1987 Holz- und Holz-Aluminium-Fenster in Berlin und liefert in ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz – vom Dreh-Kipp-Fenster bis zum originalgetreuen Kastenfenster für das Baudenkmal. Für Aufmaß und Montage vermittelt das Unternehmen erfahrene Fachpartner. Den Preis für Ihr Projekt erfahren Sie über eine kostenfreie Anfrage.

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Fachredaktion Bildau & Bussmann

Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit den Tischlermeistern und Technikern der Bildau & Bussmann GmbH, die seit über 35 Jahren Holzfenster fertigen – darunter die Portalfenster des Berliner Stadtschlosses.