Material & Technik

Vertikalschiebefenster aus Holz: Funktion, Geschichte und moderne Ausführung

Amerikanisches Vertikalschiebefenster aus Holz, geöffnet
Amerikanisches Vertikalschiebefenster aus Holz, geöffnet · Foto: Jutta Henglein-Bildau / Bildau & Bussmann GmbH
Kurz gesagt

Ein Vertikalschiebefenster besteht aus zwei übereinander liegenden Flügeln, die senkrecht in Führungsschienen gleiten und durch Gegengewichte oder Federn in jeder Position gehalten werden. Heute wird es aus Holz mit Isolierglas und umlaufenden Dichtungen gebaut und erreicht so zeitgemäße Wärmedämmwerte bei historischem Erscheinungsbild.

Inhalt
  1. Was ist ein Vertikalschiebefenster?
  2. Wie funktioniert der Gewichtsausgleich?
  3. Geschichte: Vom englischen Landhaus in die Welt
  4. Aufbau eines modernen Holz-Schiebefensters
  5. Vertikalschiebefenster im Vergleich zum Dreh-Kipp-Fenster
  6. Wärmeschutz und Dichtheit: Was ist heute möglich?
  7. Vertikalschiebefenster im Denkmalschutz
  8. Wartung und Pflege
  9. Für wen eignet sich ein Vertikalschiebefenster?
  10. Fazit
  11. Häufige Fragen

Das Vertikalschiebefenster ist eine traditionsreiche Fensterbauart und prägt bis heute ganze Straßenzüge in London, Amsterdam oder Boston. Verbreitet ist es vor allem in Großbritannien, den Niederlanden und den USA. In Deutschland werden sie zunehmend eingesetzt, häufig als Verkaufsfenster an Kiosken, als Durchreiche in der Gastronomie oder in Tiny Houses, vereinzelt auch in Villen, Landhäusern und Gründerzeitbauten mit englischem oder niederländischem Einfluss. Dieser Beitrag erklärt, wie ein Schiebefenster funktioniert, woher es kommt, welche Varianten es gibt und was eine moderne Ausführung aus Holz heute leisten kann.

Was ist ein Vertikalschiebefenster?

Ein Vertikalschiebefenster ist ein Fenster mit zwei (seltener drei) übereinander angeordneten Flügeln, die in seitlichen Führungen senkrecht verschoben werden. Die Flügel öffnen also nicht nach innen oder außen, sondern gleiten aneinander vorbei. Im Englischen heißt diese Bauart Sash Window, im Französischen und in der Westschweiz fenêtre à guillotine.

Man unterscheidet zwei Grundformen:

  • Double Hung: Beide Flügel sind beweglich. Sie können unten und oben gleichzeitig öffnen, was eine sehr wirksame Querlüftung ergibt, weil warme Luft oben ab- und kühle Luft unten einströmt.
  • Single Hung: Nur der untere Flügel ist beweglich, der obere ist fest eingebaut. Diese Variante ist mechanisch einfacher.

Die einfachste Form kommt sogar ohne Gewichtsausgleich aus: Bei feststehendem Oberlicht wird das untere Fensterfeld nach oben vor oder hinter das Oberlicht geschoben und mit Zapfen, Keilen oder Riemen arretiert.

Der entscheidende Vorteil: Ein geöffneter Schiebeflügel ragt nicht in den Raum. Vorhänge, Möbel auf der Fensterbank und Blumentöpfe stören nicht.

Wie funktioniert der Gewichtsausgleich?

Ein Holzflügel mit Glas wiegt je nach Größe schnell 15 bis 40 kg. Damit er in jeder Höhe stehen bleibt und sich mit geringer Kraft bewegen lässt, wird sein Gewicht ausgeglichen. Dafür gibt es zwei Prinzipien.

Gegengewichte mit Seil oder Kette

Bei der klassischen Bauart läuft an jeder Flügelseite ein Seil (früher Hanf, heute oft Kunststoffseil oder Kette) über eine Rolle im Rahmen nach unten zu einem Gegengewicht aus Gusseisen oder Blei. Die Gewichte hängen in einem Hohlkasten seitlich im Blendrahmen. Ist das Gegengewicht richtig abgestimmt, schwebt der Flügel nahezu schwerelos. Bei einer Verglasung mit schwerem Isolierglas müssen die Gewichte entsprechend angepasst werden.

Spiralfedern oder Federzüge

Moderne Systeme nutzen häufig Spiralbalancer oder Federwickler, die seitlich im Rahmen sitzen. Sie benötigen keinen Gewichtskasten, wodurch der Blendrahmen schlanker ausfallen kann. Für denkmalgeschützte Gebäude wird dagegen oft die Seilzugtechnik bevorzugt, weil sie dem Original entspricht und sich mit einfachen Mitteln reparieren lässt.

Gewichtsausgleich beim Vertikalschiebefenster Schematische Ansicht zweier Vertikalschiebefenster mit zwei übereinanderliegenden Flügeln. Ein Holzflügel mit Glas wiegt je nach Größe 15 bis 40 kg; damit er in jeder Höhe stehen bleibt, wird sein Gewicht ausgeglichen. Links die klassische Bauart: An jeder Flügelseite läuft ein Seil oder eine Kette über eine Rolle im Rahmen nach unten zu einem Gegengewicht aus Gusseisen oder Blei, das in einem Hohlkasten seitlich im Blendrahmen hängt. Dargestellt sind die Gegengewichte des unteren Flügels. Diese Seilzugtechnik wird im Denkmal oft bevorzugt, weil sie dem Original entspricht und sich einfach reparieren lässt. Rechts die moderne Bauart mit Spiralbalancern oder Federwicklern seitlich im Rahmen; sie benötigen keinen Gewichtskasten, der Blendrahmen kann schlanker ausfallen. Ein Mittelverschluss verriegelt beide Flügel im geschlossenen Zustand und zieht sie gegeneinander. Blendrahmen mit seitlichen Gewichtskästen Oberer Flügel Unterer Flügel, beweglich, 15 bis 40 kg je nach Größe 15–40 kg Mittelverschluss (Sash Lock): verriegelt beide Flügel und zieht sie gegeneinander Seil oder Kette über eine Rolle zum Gegengewicht aus Gusseisen oder Blei im Gewichtskasten Rolle Seil oder Kette Gegengewicht(Gusseisenoder Blei) Gewichtskasten Schlanker Blendrahmen ohne Gewichtskasten Oberer Flügel Unterer Flügel Spiralbalancer oder Federwickler seitlich im Rahmen Feder Gegengewicht mit Seil oder Kette Spiralbalancer oder Federzug klassisch, im Denkmal oft bevorzugt, mit einfachen Mitteln reparierbar kein Gewichtskasten, Blendrahmen schlanker Links nur die Gewichte des unteren Flügels dargestellt. Schema, nicht maßstäblich.
Gegengewichte im seitlichen Kasten oder Federn im Rahmen gleichen das Flügelgewicht aus, sodass der Flügel in jeder Höhe stehen bleibt; Federn erlauben einen schlankeren Blendrahmen.

Geschichte: Vom englischen Landhaus in die Welt

Die genaue Herkunft ist umstritten. Gesichert ist, dass Schiebefenster mit Gegengewichten im späten 17. Jahrhundert in England und den Niederlanden verbreitet wurden. Im georgianischen und viktorianischen England wurden sie zur Standardbauweise. Die typische Teilung „six over six“, also sechs Scheiben im oberen und sechs im unteren Flügel, entstand, weil große Glasscheiben damals nur schwer herzustellen waren. Mit verbesserten Verfahren der Glasherstellung im Lauf des 19. Jahrhunderts wurden größere Scheiben üblich, und die Teilungen wurden gröber („two over two“ oder „one over one“).

Über die britischen Kolonien und die Niederlande gelangte das Schiebefenster nach Nordamerika, Südafrika und Teile Asiens. In Mitteleuropa setzte sich dagegen der nach innen öffnende Drehflügel durch, im deutschen Sprachraum vor allem in Form des Kastenfensters. Mehr zur Entwicklung dieser Bauart lesen Sie im Beitrag über das Kastenfenster.

Aufbau eines modernen Holz-Schiebefensters

Ein heutiges Vertikalschiebefenster aus Holz unterscheidet sich vom historischen Vorbild vor allem in Glas, Dichtung und Beschlag. Die wichtigsten Bauteile:

  1. Blendrahmen mit seitlichen Führungen (Laufschienen) und gegebenenfalls Gewichtskasten.
  2. Zwei Flügelrahmen, aus mindestens dreischichtig verleimten Kanteln, mit Isolierglas.
  3. Treibriegel oder Mittelverschluss (Sash Lock), der beide Flügel im geschlossenen Zustand verriegelt und gegeneinander zieht.
  4. Dichtungen an den Laufschienen, am Mittelstoß und an Ober- und Unterkante.
  5. Wetterschenkel am unteren Flügel, der Schlagregen nach außen ableitet.

Bildau & Bussmann fertigt Vertikalschiebefenster aus Holz in zwei Varianten: Die amerikanische Ausführung führt die versetzt angeordneten Flügel mit einem Federmechanismus oder mit Gewichten senkrecht aneinander vorbei. Die europäische Variante verbindet die Technik des Dreh-Kipp-Fensters mit dem Schiebefenster, sodass sich die Flügel auch zum Reinigen und Lüften nach innen öffnen lassen. Die Fenster werden in Berlin gefertigt; für Aufmaß und Montage vermittelt das Unternehmen Fachpartner.

Vertikalschiebefenster im Vergleich zum Dreh-Kipp-Fenster

Wer zwischen einem Schiebefenster und einem herkömmlichen Fenster abwägt, sollte die Unterschiede kennen. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Kriterium Vertikalschiebefenster Dreh-Kipp-Fenster
Öffnungsrichtung senkrecht verschiebbar nach innen drehend oder kippend
Platzbedarf im Raum keiner Flügelbreite muss frei sein
Lüftung oben und unten gleichzeitig möglich Kippstellung oder volle Öffnung
Fugendichtheit gut bei modernen Dichtungen sehr gut durch Anpressdruck
Reinigung außen mit Kippfunktion von innen möglich einfach von innen
Typische Einsatzorte Denkmal, Altbau, Landhausstil Standard im Wohnungsbau
Fertigung meist Einzelfertigung häufig Serienfertigung

Dreh-Kipp-Fenster sind im deutschsprachigen Raum Standard. Einen Überblick über alle gängigen Varianten bietet der Beitrag zu den Öffnungsarten von Fenstern.

Wärmeschutz und Dichtheit: Was ist heute möglich?

Der häufigste Einwand gegen Schiebefenster lautet, sie seien zugig. Tatsächlich gelten sie wegen der offenen Laufschienen grundsätzlich als weniger dicht als Drehflügel; bei historischen Fenstern ohne Dichtungen blieb zwischen Flügel und Führung zwangsläufig ein Spalt. Moderne Konstruktionen lösen das Problem auf mehreren Ebenen:

  • Bürstendichtungen in den Laufschienen verhindern Luftzug, ohne die Schiebebewegung zu bremsen.
  • Kompressionsdichtungen am oberen und unteren Abschluss sowie am Mittelstoß werden beim Schließen angedrückt.
  • Versetzt angeordnete Schienen und gedämmte Profile verringern Luftwege und Wärmeverluste.
  • Isolierglas ersetzt die einfache Scheibe. Zweifachglas ist bei schlanken historischen Profilen üblich, Dreifachglas ist bei ausreichender Flügelstärke möglich.

Für die Dichtheit gibt es einen messbaren Maßstab: die Luftdurchlässigkeitsklasse nach DIN EN 12207, die in der Leistungserklärung nach DIN EN 14351-1 steht. Die Skala reicht von Klasse 1 bis Klasse 4 (am dichtesten). In Deutschland verlangt DIN 18055 in Verbindung mit DIN 4108-2 für Fenster in Gebäuden mit bis zu zwei Vollgeschossen mindestens Klasse 2, darüber mindestens Klasse 3. Das gilt auch für Schiebefenster; lassen Sie sich die geprüfte Klasse nennen.

Der erreichbare Uw-Wert hängt stark von Profiltiefe, Glas und Holzart ab. Fichte und Kiefer dämmen etwas besser als Eiche oder Meranti. Die tabellierten Rahmenwerte der DIN EN ISO 10077-1 gelten ausdrücklich nicht für Schiebefenster; der Uf- und Uw-Wert eines Vertikalschiebefensters sollte deshalb für das konkrete Profil berechnet oder gemessen sein. Wenn Sie Fenster austauschen, gelten die üblichen Anforderungen: In Deutschland fordert das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beim Fensteraustausch einen Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K). In Österreich und der Schweiz gelten die OIB-Richtlinie 6 beziehungsweise die kantonalen Energievorschriften auf Basis der MuKEn. Dort kann es Abweichungen geben; bei Interesse fragen Sie einfach über das Kontaktformular nach. Bei Baudenkmälern sind Ausnahmen möglich. Details erklärt der Beitrag zu U-Wert und Wärmeschutz bei Holzfenstern.

Vertikalschiebefenster im Denkmalschutz

In denkmalgeschützten Gebäuden gehört die Öffnungsart zum schützenswerten Bestand. Wer ein historisches Schiebefenster gegen ein Dreh-Kipp-Fenster tauschen möchte, braucht in aller Regel eine Genehmigung, und diese wird häufig verweigert. Zuständig sind:

  • Deutschland: die Untere Denkmalschutzbehörde der Gemeinde oder des Kreises
  • Österreich: das Bundesdenkmalamt
  • Schweiz: die kantonale Denkmalpflege

Typische Auflagen betreffen die Teilung (Sprossen), die Profilstärken, die Glasoptik und die Farbe. Oft wird verlangt, glasteilende Sprossen oder zumindest Wiener Sprossen zu verwenden und auf breite Isolierglasränder zu verzichten. Für solche Aufgaben bietet Bildau & Bussmann Holzfenster mit historischem Profil an, die sich an Originalprofile anpassen lassen. Beispiele aus Wohn- und Institutionsbauten finden Sie in den Referenzprojekten.

Wartung und Pflege

Vertikalschiebefenster sind mechanisch einfach, brauchen aber regelmäßige Aufmerksamkeit:

  • Seile und Rollen: Seile nutzen sich ab und sollten bei Ausfransen ersetzt werden. Rollen gelegentlich auf Leichtgängigkeit prüfen.
  • Laufschienen: Staub und Insekten aus den Führungen entfernen. Keine Öle verwenden, die Schmutz binden. Geeignet sind trockene Gleitmittel wie Paraffin oder spezielles Gleitwachs.
  • Anstrich: Die Laufflächen nicht dick überstreichen, sonst klemmen die Flügel. Außen, insbesondere am Wetterschenkel, die Beschichtung jährlich auf Risse kontrollieren.
  • Dichtungen: Bürstendichtungen halten viele Jahre, sollten aber ersetzt werden, wenn sie platt gedrückt sind.

Ausführliche Hinweise zum Streichen und zur Beschlagpflege enthält der Ratgeber zum Pflegen und Streichen von Holzfenstern.

Für wen eignet sich ein Vertikalschiebefenster?

Ein Schiebefenster ist sinnvoll, wenn

  • ein historisches Gebäude mit Schiebefenstern saniert oder ergänzt wird,
  • der Architekturstil (englisch, niederländisch, Neuengland, Landhaus) es verlangt,
  • vor dem Fenster wenig Platz im Raum ist, etwa über einer Küchenarbeitsfläche,
  • eine gute Querlüftung ohne weit geöffnete Flügel gewünscht ist.

Weniger geeignet ist es, wenn höchste Wärmedämmwerte im Passivhausstandard gefordert sind oder wenn ein einfaches Serienfenster von der Stange gesucht wird. Vorsicht bei niedrigen Brüstungen, wie sie bei englischen Vorbildern üblich sind: Liegt die Brüstung unter der vorgeschriebenen Höhe, muss der untere Bereich in Deutschland absturzsichernd nach DIN 18008-4 ausgeführt oder durch einen Holm gesichert werden. Öffenbare Flügel unterhalb der Brüstungshöhe, die nur durch eine Öffnungsbegrenzung sichern, gelten laut VFF-Merkblatt V.01 als ungeregelte Bauart und brauchen eine vorhabenbezogene Bauartgenehmigung. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln. Schiebefenster aus Holz sind in der Regel Einzelanfertigungen.

Was kostet ein Vertikalschiebefenster?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil der Preis von den individuellen Anforderungen abhängt: Größe, Teilung und Sprossen, Holzart, Glasaufbau, Gewichtsausgleich mit Gegengewicht oder Feder, gewünschter Wärme-, Schall- und Einbruchschutz sowie die Oberfläche. Vergleicht man Fenster mit gleicher Leistung, ist ein Holz-Schiebefenster nicht wirklich teurer als eines aus Kunststoff oder Aluminium; einfache Kunststofffenster sind zwar billiger, haben aber deutlich schlechtere Leistungswerte und meist nicht die schlanken Profile, die ein Schiebefenster ausmachen. Einen verlässlichen Preis erhalten Sie nur über eine kostenfreie Anfrage beim Hersteller.

Fazit

Das Vertikalschiebefenster verbindet eine jahrhundertealte, robuste Mechanik mit einem unverwechselbaren Erscheinungsbild. Mit Isolierglas, umlaufenden Dichtungen und präzise abgestimmtem Gewichtsausgleich erreicht es heute eine Dichtheit und Bedienbarkeit, die mit den zugigen Fenstern früherer Zeiten wenig gemein hat. Ob Gegengewicht oder Federzug, Zwei- oder Dreifachglas, hängt vom Gebäude und von den Vorgaben der Denkmalpflege ab. Wenn Sie ein Schiebefenster nachbauen oder neu planen möchten, lohnt sich ein Gespräch mit einem Hersteller, der beide Bauweisen beherrscht. Über das Kontaktformular von Bildau & Bussmann können Sie Maße, Fotos und Anforderungen kostenfrei für ein Angebot übermitteln; das genaue Aufmaß vor Ort und die Montage übernehmen vermittelte Fachpartner.

Foto: Jutta Henglein-Bildau / Bildau & Bussmann GmbH

Häufige Fragen

Was ist ein Vertikalschiebefenster?

Ein Vertikalschiebefenster ist ein Fenster, dessen Flügel nicht nach innen aufgehen, sondern senkrecht nach oben oder unten geschoben werden. Im englischen Sprachraum heißt es Sash Window, in Frankreich und der Schweiz auch Guillotinefenster. Die Flügel werden über Gegengewichte oder Federzüge ausbalanciert.

Sind Vertikalschiebefenster dicht?

Historische Schiebefenster ohne Dichtungen waren eher zugig. Moderne Vertikalschiebefenster aus Holz haben umlaufende Bürsten- oder Lippendichtungen, eine Mittelverriegelung, die die Flügel aneinanderpresst, und Isolierglas. Damit sind sie deutlich dichter als ihre Vorbilder, erreichen aber meist nicht ganz die Fugendichtheit eines Dreh-Kipp-Fensters. Verlässlich vergleichen lässt sich die Dichtheit über die Luftdurchlässigkeitsklasse nach DIN EN 12207; in Deutschland sind je nach Gebäudehöhe mindestens Klasse 2 oder 3 gefordert.

Welchen U-Wert hat ein modernes Vertikalschiebefenster?

Das hängt von Profiltiefe, Holzart und Verglasung ab. Mit Zweifach-Isolierglas liegen typische Werte etwa im Bereich um 1,3 W/(m²K), mit Dreifachglas sind bessere Werte möglich. Für einen konkreten Nachweis sollten Sie sich den berechneten Uw-Wert des jeweiligen Fensters geben lassen.

Wie putzt man ein Vertikalschiebefenster von innen?

Viele moderne Ausführungen haben einen Kippmechanismus, mit dem sich die Flügel nach innen klappen lassen, sodass die Außenseite von innen gereinigt werden kann. Bei klassischen Ausführungen ohne diese Funktion wird der untere Flügel hochgeschoben und der obere heruntergezogen, um beide Seiten nacheinander zu erreichen.

Darf man im Denkmal ein Schiebefenster durch ein Dreh-Kipp-Fenster ersetzen?

In der Regel nicht ohne Genehmigung. Die Öffnungsart und die Teilung prägen das Erscheinungsbild einer Fassade. Zuständig sind in Deutschland die Untere Denkmalschutzbehörde, in Österreich das Bundesdenkmalamt und in der Schweiz die kantonale Denkmalpflege. Häufig wird verlangt, die Schiebefunktion zu erhalten.

Holzfenster nach Maß – auch in Sonderform und historisch

Bildau & Bussmann fertigt seit 1987 Holz- und Holz-Aluminium-Fenster in Berlin und liefert in ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz – vom Dreh-Kipp-Fenster bis zum originalgetreuen Kastenfenster für das Baudenkmal. Für Aufmaß und Montage vermittelt das Unternehmen erfahrene Fachpartner. Den Preis für Ihr Projekt erfahren Sie über eine kostenfreie Anfrage.

Projekt anfragen Vertrieb: +49 30 469007-654
B&B
Fachredaktion Bildau & Bussmann

Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit den Tischlermeistern und Technikern der Bildau & Bussmann GmbH, die seit über 35 Jahren Holzfenster fertigen – darunter die Portalfenster des Berliner Stadtschlosses.